Eingereichte Projekte

Neubau Bahnhofsgebäude BLS

135 BRE 1HAUPTBILD 135 BRE BILD 4 135 BRE BILD 5 135 BRE BILD 3 v2

Bauherrschaft

BLS Netz AG - Bern

Architektur

Kocher Minder Architekten - Steffisburg

Jahr der Fertigstellung

2019

Adresse

Hauptstrasse 20, 3713 Reichenbach i.K.

Der BLS Bahnhof Reichenbach ist Teil einer historisch bedeutenden Verkehrsader in Richtung Süden. Er liegt ausserhalb des ursprünglichen Dorfkerns parallel zum nahegelegenen Fluss «Kander». Der Bau der Bahnlinie mit dem Lötschbergtunnel brachte ab dem frühen zwanzigsten Jahrhundert dank dem Tourismus einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung ins Kandertal. Bereits seit 1930 führt vom Bahnhof eine Postautoverbindung entlang der geschichtsträchtigen Bahnhofstrasse ins Kiental. Anstelle des ursprünglichen Bahnhofsgebäudes wurde in den Neunzehnsechzigerjahren ein zweigeschossiges Aufnahmegebäude mit Laderampe und Postreisebüro gebaut.

Im Zuge der Totalsanierung der Bahnanlagen mit hindernisfreien Perrons wurde mittels Wettbewerb auf Einladung eine Lösung für die Gestaltung des Areals zwischen Geleisen und Kantonsstrasse gesucht. Der Ersatzneubau des neuen Gebäudes steht vermittelnd zwischen Bahnhof und Dorf. Durch die selbstverständliche Setzung innerhalb des Freiraumes und der entsprechenden architektonischen Ausgestaltung entsteht eine klare Adressierung. Im Norden befindet sich die Postautostation während im Süden die Parkierung für den Individualverkehr mit Park&Ride und die Anlieferung organisiert sind. Eine Feldahorn Baumreihe wertet den Verkehrsraum auf, zoniert räumlich und trägt zu besseren örtlichen klimatischen Bedingungen bei.

Eine Binderkonstruktion überspannt effizient den Innenraum des Neubaus. Dieser ist flexibel bespielbar und kann ressourcenschonend für zukünftige Nutzungsänderungen angepasst werden. Die Längsfassaden mit naturbelassen, handgespaltenen Schindeln aus Lärchenholz und die Dachkonstruktion in Photovoltaik sind in vorgefertigten Holzrahmenbauelementen gefertigt. Die Giebelfassaden sind vollständig mit einer Metall-Glas-Konstruktion ausgeführt. Das Gebäude steht auf einer Flachfundation in Stahlbeton mit der grösstmöglichen Anwendung an Recyclingbaustoffen. Der Neubau trägt das Label «Schweizer Holz» und die Gebäudehülle erfüllt die Anforderungen an ein Plusenergiegebäude gemäss Definition des AUE des Kantons Bern.

Die Schindelfassade empfängt den Reisenden, schlägt eine identitätsstiftende Brücke zur örtlichen Baukultur und trägt mit dazu bei, dass von Fachleuten aus dem Kiental ausgeführte Handwerk zu erhalten.
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