Eingereichte Projekte

Neubau Bootshaus

Aussenansicht Eingangsbereich Baustelle Innenraum

Architektur

Halle 58 Architekten, Bern

Bauingenieurwesen

Tschopp Ingenieure GmbH

Holzingenieurwesen

Indermühle Bauingenieure

Jahr der Fertigstellung

2020

Adresse

Wohlenstrasse 68, 3012 Bern

Das neue Bootshaus der Kantonspolizei Bern ist ein schlichter Holzbau mit einem filigranen Dach aus aaregrünem Trapezblech. Es reflektiert die einfache Bauweise der bestehenden Bootshäuser östlich des Stägmattstegs und ist abgestimmt auf das Nebeneinander mit dem Bootshaus des Rowing Clubs Bern und dem Holzgebäude des Fischervereins.
Das eingeschossige Gebäude fügt sich in die Schnittstelle von aufgeschütteter Aareböschung und Fluss und hält dabei Distanz zum flussabwärts liegenden Schilfgürtel. Das auskragende Satteldach und der eingeschnittene Fassadenverlauf schaffen einen geschützten Eingangsbereich zum geschlossenen Gebäudekörper. Die vier Bootsplätze mit beweglichen Schwimmstegen strukturieren das Gebäude zum Wasser hin. Hier liegen die Boote der See- und Sanitätspolizei der Stadt Bern.
Stahlpfähle tragen die Holzkonstruktion und lassen die Aare auch bei Hochwasser ungehindert vorbeifliessen. Eine vertikale Stülpschalung aus Weisstanne ummantelt die Fassade, nordseitig ist sie durch die Rolltore der Bootsplätze gegliedert. Die Nebenräume liegen auf einer Betonplatte und sind frostsicher eingerichtet. Das Gebäude selbst ist unbeheizt. Die Umgebungsgestaltung mit naturnah belassener Wiese ist unverändert. Um die Grünräume zu entlasten, steht der Öffentlichkeit neu eine Sitzgelegenheit aus Kalkstein am Böschungsfuss zur Verfügung.
Der Standort des neuen Bootshauses liegt in einer geschützten Uferzone. Gemäss Natur- und Heimatschutzgesetz besteht eine Schutz-, Wiederherstellungs- und Ersatzpflicht. Am Uferstreifen des Bauperimeter entlang befindet sich ein geschütztes Feuchtbiotop. Dieser Naturraum hat grosse Bedeutung als Schlupfgebiet für seltene und stark geschützte Libellenarten. Bei der Positionierung und Ausgestaltung wie auch während der Bauzeit wurde der Uferstreifen besonders geschützt und abgesperrt. Die Maschen der Rolltore, sind weit genug für die geschlüpften Libellen, sodass diese wegfliegen können. Auch Fledermäuse sind hier heimisch. Sie finden in der hinterlüfteten Holzfassade einen Schlafplatz.
Der Ersatzneubau des alten Bootshauses und die anschliessende Renaturierung des Grundstücks erfüllen die Ersatzpflicht vollumfänglich. Die Zusammenarbeit der verantwortlichen Stellen von Kanton und Stadt, Umweltorganisationen und der am Bau Beteiligten haben eine Lösung ermöglicht, die dem Naturschutz adäquat Rechnung trägt. Zurück zur Übersicht